Begegnungen auf meinen Waldbänken
Bewegung und Natur sind sehr wichtig in meinem Leben. Ich habe das Glück, in einem Haus zu wohnen, das zwischen Wald und Feldern steht, und davon profitiere ich jeden Tag.
Jeden Tag gehe ich im Wald spazieren – bei Sonne, Regen und Schnee. Jede Jahreszeit und jedes Wetter bringt andere Erfahrungen. Die Natur hat immer Überraschungen für uns bereit. Es gibt Begegnungen mit Menschen und mit Tieren. Ich habe Rehe gesehen, Eichhörnchen und einmal stand sogar eine Gams vor mir. Sie hat mich still angeschaut, ohne Angst, als ob sie mit mir sprechen wollte.
Ein anderes Mal sass ich ruhig auf einer der Bänke, als ein Reh die Strasse überquerte. Es blieb etwa drei Meter vor mir stehen, schaute mich an und verschwand dann wieder im Wald. Natürlich gibt es auch viele Vögel, die mit ihrem Gesang unseren Ohren wohltun.
Manchmal kommt es auch vor, dass Menschen sich zu mir setzen oder stehen bleiben, und wir reden über alles Mögliche. Ich geniesse aber auch die Ruhe, die mir der Wald gibt. Dort ist alles leicht, und die Probleme bleiben ausserhalb. Hin und wieder kommt eine Freundin mit mir. Auch das ist sehr schön – die Natur zu zweit zu geniessen.
Im Winter, wenn es schneit, ist alles ruhig und gedämpft, und eine sehr angenehme Energie liegt in der Luft. Und jetzt im Frühling ist es ganz besonders schön: Die Natur erwacht, der Waldboden ist bedeckt mit weissen Anemonen, und manche Sträucher sind schon voller Knospen.
In meinem Wald gibt es auch mehrere Bänke. Jede hat ihren eigenen Platz und ihre eigene Stimmung. Manche stehen mitten zwischen den Bäumen, andere geben den Blick frei auf die Wiesen und die Berge. Diese Bänke laden ein, einen Moment innezuhalten. Ich setze mich dort gerne hin, höre den Vögeln zu, beobachte die Natur und lasse meine Gedanken ruhig werden. Manchmal kommt ein Mensch vorbei, manchmal ein Tier – und manchmal geschieht einfach nichts. Auch das ist schön.
Der Wald schenkt mir immer wieder kleine Begegnungen – und jede Bank erzählt ihre eigene Geschichte. Und jedes Mal, wenn ich von meinem Spaziergang nach Hause gehe, nehme ich ein Stück dieser Ruhe mit mir.